Corona und die Hospitality Branche – 5 Beispiele, wie Corona die einzelnen Sparten der Gastronomiebranche betrifft

Corona und die Hospitality Branche –  5 Beispiele, wie Corona die einzelnen Sparten der Gastronomiebranche betrifft.

 

Das soziale Leben steht still und nachdem wir sonst täglich etwas in Cafés, Restaurants, Hotels, Autobahnraststätten, Imbissbuden, Kiosken, Kantinen etc. konsumiert haben, sind wir nun unentwegt zuhause und kochen im wahrsten Sinne des Wortes unser eigenes Süppchen. Einzig und allein die vielfachen Initiativen zur Unterstützung der lokalen Gastronomen bringen die Menschen auf die Idee, weiterhin auf den außer Haus Verzehr zurückzugreifen. Doch wie wird die Rückkehr der Gäste?

 

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Covid19 und der allgemeine Blick auf die Hospitality Branche: Menschen bleiben zuhause und unter sich und schaffen eine Welt mit wenig Einflüssen von außen.

Grundsätzlich kann ich mir zwei Szenarien vorstellen und tendiere selber leider zum weniger Positiven: Ich denke, dass sich die Menschen, zumindest für eine gewissen Zeitspanne, die ich auf bis nach dem nächsten Winter prognostizieren würde, vorsichtig verhalten werden. Die Angst vor Ansteckung wird in vielen Menschen tief sitzen und das führte zu Zeiten anderer Krisen häufig zum sogenannten „Cocooning“: Menschen bleiben zuhause und unter sich und schaffen eine Welt mit wenig Einflüssen von außen. Für Gastronomie und Hotellerie bedeutet das ein sehr langsames Zurückfinden zu früheren Umsätzen. Es gilt Vertrauen zu schaffen mit hygientechnischen Maßnahmen und weiterhin auch auf Alternativen, wie das Liefern zu setzten.

Gegenstimmen behaupten genau das Gegenteil. Nach Corona ist der Drang nach sozialen Kontakten so groß, dass es die Menschen wieder ins Leben zurückzieht und der Konsum schnell wieder auf das Vorkrisenniveau anzieht. Wobei auch in diesem positiven Szenario immer mitspielt, dass mit Sicherheit noch für längere Zeit Abstandsregeln und verschärfte Hygienerichtlinien einzuhalten sind, und dass den Menschen auch über einige Zeit noch ein geringeres Einkommen zur Verfügung steht. Ein direktes Zurückschnellen zu vorherigen Umsatzgrößen wird es daher wohl auch im besten Szenario nicht geben.

 

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Covid19 und der (Binnen)-Tourismus: Milliarden Euro, die normalerweise von Menschen durch die Welt getragen werden verbleiben nun im eigenen Land

Der weltweite Tourismus steht still. Milliarden, die normalerweise von Menschen durch die Welt getragen werden, in Form von Flügen, Hotels und Konsum im Ausland, verbleiben nun im eigenen Land. So auch in Deutschland. Die Deutschen sind Reiseweltmeister und wurden vollständig ausgebremst. Im Moment fehlt es noch an Möglichkeiten anderweitig zu konsumieren, doch für den Binnentourismus liegt hier sicherlich eine Chance, so auch für Freizeitaktivitäten vor Ort, wie Zoos, Freibäder oder ähnliches. Leider verbleibt es absolute Mutmaßung, ob diese diesen Sommer wieder geöffnet werden können, aber eine Öffnung (kleinerer Institutionen) unter der Einhaltung entsprechender Maßnahmen erscheint aus meiner Sicht möglich. Für hier ansässige Gastronomen und die einheimische Hotellerie heißt es daher jetzt schon, dass es sich vorzubereiten gilt auf die Wiedereröffnung. To Go Packages, Picknick Körbe, Sicherheitsmaßnahmen etc. Alles muss jetzt durchdacht und konzipiert werden, um startklar zu sein.

 

 

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Covid19 und die Veranstaltungsbranche: Eine Produktpräsentation mit 1.000 geladenen Gästen und Finger Food auf Platten? Außer meiner Sicht in diesem Jahr völlig unmöglich.

Veranstaltungen über 10 Menschen? In einem Raum? Für mich scheint dieses Szenario derzeit unmöglich zu sein. Stadien, Arenen und sonstige Veranstaltungsorte sehe ich in diesem Jahr nicht geöffnet. Hochzeit feiern? Vielleicht noch. Auf eigene Gefahr. Eine Produktpräsentation mit 1.000 geladenen Gästen und Finger Food auf Platten? 1.Außer meiner Sicht in diesem Jahr völlig unmöglich. Die Veranstaltungsbranche wird aus meiner Sicht am längsten leiden unter den Folgen von Covid19. Selbst wenn das Ganze überstanden ist wird die Angst vor einer erneuten Pandemie bei den Gästen groß sein und ein Unwohlsein auf großen Veranstaltungen wird bleiben. Was tun? Wie sieht hier die Zukunft aus? Oder wie kann eine Übergangsphase aussehen? Viele Player halten sich derzeit mit Lieferungen eher schlecht als recht über Wasser. Das lastet dieses personalintensive Business aber natürlich nicht aus. Große Anbieter wie Käfer starten Services, wie „das Event für zuhause“. Gäste erhalten F&B Packages und können sich dann damit ausgestattet zu virtuellen Partys verabreden.

 

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Covid19 und Digitale Services: Wo es früher noch kein Kartenterminal gab kann man heute schon problemlos mit dem Handy bezahlen.

Keine Frage, Plattformen wie Lieferando und Co sind die Gewinner der Pandemiekrise. Auch Bezahldienste wie Apple oder Google Pay können endlich in Deutschland Fahrt aufnehmen. Wo es früher noch kein Kartenterminal gab oder mindestens ein Umsatz von 10 Euro verlangt wurde, kann man heute schon problemlos mit dem Handy bezahlen. Aus meiner Sicht ist das eine Entwicklung, auf die viele in Deutschland schon lange gewartet haben und die wiederum neue Chancen, vor allem in Form neuer Gästegruppen für Gastronomen eröffnet. Ebenfalls im Boom befinden sich im Kochboxen à la Hello Fresh oder Marley Spoon. Aber auch hier sind Gastronomen und Eventcaterer schon dran. Ich sehe auf Instagram immer wieder Gastronomen, die sich mit dem Verkauf von Kochboxen über die Krise helfen.

 

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Covid19 und die Betriebsverpflegung: Es besteht schon lange ein Investitionsstau hinsichtlich digitaler Verkaufsprozesse

Grundsätzlich unterliegt die Betriebsverpflegung zwei großen Einflussfaktoren: die gestiegene Anforderung an Hygiene und, genau wie die gesamte Arbeitswelt, dem durch Corona stark vorangetriebenen Trend der „Digitalisierung“. Das bedeutet auf der einen Seite, dass weniger Menschen in den Gebäuden arbeiten, da Homeoffice gesellschaftsfähig wird und auf der anderen Seite bedeutet es auch den schnellen Fortschritt in der Digitalisierung von Verkaufsprozessen. Hier besteht meiner Meinung nach schon lange ein Investitionsstau hinsichtlich z.B. des bargeldlosen/mobilen Bezahlens, Vorbestellens, der Angebotsgestaltung etc. Diese Lösungen sind teuer und wurden in einer kostengetriebenen Branche natürlich gerne auf die lange Bank geschoben. Doch wenn Corona es sogar schafft, dass ich meine Brötchen für 3,50 € beim Bäcker mobil mit Apple pay oder google pay zahlen kann, so wird dies auch früher oder später in der Betriebsverpflegung ankommen. Interne Apps und Plattformen, in denen Mitarbeiter ihr Essen zur Abholung vorbestellen können, dürften in Zeiten von Abstandsgebot und Social Distancing schnell zur State oft he Art Lösung werden, um die Massen aus den Ausgabebereichen und Gasträumen an die Schreibtische und raus auf die Parkbank zum Snack im Freien bringen.

 

Und noch ein Tipp in eigener Sache:

„Wie sieht die Welt nach Corona aus?“ ist nur eine Frage, die Unternehmer und Führungskräfte der Branche derzeit bewegt. Jeder sucht und findet einen Weg und jeder sammelt Erfahrungen, die er teilen kann. Die gastgeber akademie und FOODVISIONS haben deshalb eine Eventreihe ins Leben gerufen, die genau diesen Austausch erfolgreich fördert: Die Virtual Coffee Break.

Die ersten, kuratierten Runden sind auf sehr positive Resonanz gestoßen und wir wollen jetzt jedem Interessenten die Möglichkeit geben ebenfalls dabei sein zu sein. Melden Sie sich hier an, um sich in kleiner Runde mit Persönlichkeiten aus den verschiedensten Branchensparten auszutauschen. Wir sammeln die Anmeldungen und stellen dann interessant besetzte Runden zusammen – denn das bietet den Mehrwert: Sie kommen mit Menschen zusammen, mit denen Sie sich sonst vielleicht nicht direkt austauschen könnten und können sich von deren Denkweise und Lösungen inspirieren lassen. Und natürlich vice versa.

Zusammen schaffen wir das!